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Routinen und Selbstkontrolle bei der Social-Media-Nutzung

Eine quantitative Untersuchung affektiver Nutzungserfahrungen

Die Nutzung sozialer Medien ist zunehmend durch habitualisierte und automatisierte Verhaltensmuster geprägt, die eine bewusste Regulation der eigenen Nutzung erschweren können. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Arbeit den Zusammenhang zwischen der Habitualisierung der Instagram-Nutzung, Social Media Self-Control Failure (SMSCF) und dem affektiven Nutzungserleben. Zudem wird betrachtet, welche situativ/proaktiven und kognitiv/reaktiven Selbstkontrollstrategien eingesetzt werden, wie wirksam diese wahrgenommen werden und in welchem Zusammenhang sie mit SMSV und affektivem Erleben stehen. Theoretisch knüpft die Untersuchung an Ansätze der Selbstkontroll- und Habitualisierungsforschung an, die Selbstkontrolle als dynamischen Prozess verstehen und insbesondere die Bedeutung automatisierter Nutzungsmuster für die Regulation von Medienverhalten hervorheben.

Zur empirischen Untersuchung wurde eine querschnittliche Online-Befragung mit 156 Instagram-Nutzenden im Alter von 18 bis 34 Jahren durchgeführt. Erfasst wurden unter anderem die Habitualisierung der Instagram-Nutzung, SMSCF, positiver und negativer Affekt sowie die Häufigkeit und wahrgenommene Wirksamkeit verschiedener Selbstkontrollstrategien. Die Daten wurden mittels Korrelations- und Regressionsanalysen, t-Tests für abhängige Stichproben sowie ergänzende deskriptive Verfahren ausgewertet.

Die Ergebnisse zeigen einen deutlich positiven Zusammenhang zwischen Habitualisierung der Instagram-Nutzung und dem Erleben von SMSCF. Stärker habitualisierte Nutzung geht zudem sowohl mit stärkerem positivem als auch mit stärkerem negativem Affekt während der Instagram-Nutzung einher. In Situationen von SMSCF überwiegt jedoch der negative Affekt. Darüber hinaus zeigt sich, dass eine höhere wahrgenommene Wirksamkeit insbesondere situativ/proaktiver Selbstkontrollstrategien mit weniger SMSCF verbunden ist. Nach erfolgreicher Selbstkontrolle berichten Befragte unabhängig vom Strategietyp ein deutlich positiveres emotionales Erleben.

Die Arbeit trägt damit zu einem differenzierten Verständnis alltäglicher Selbstregulation in sozialen Medien bei, indem sie automatisierte Nutzungsmuster, erlebtes Selbstkontrollversagen und affektive Erfahrungen gemeinsam betrachtet. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass digitale Selbstkontrolle nicht isoliert als individuelles Merkmal verstanden werden sollte, sondern im Zusammenspiel von Gewohnheiten, Nutzungssituationen, Selbstkontrollstrategien und emotionalem Erleben betrachtet werden muss.