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Picture Perfect, Love Imperfect? Wie soziale Vergleiche auf Instragram romantische Beziehungen beeinflussen

Diese Bachelorarbeit untersucht, wie soziale Vergleichsprozesse auf Instagram und das Instagram-Verhalten von Partnern das Eifersuchtserleben junger Erwachsener in romantischen Beziehungen beeinflussen. Die Untersuchung ist wissenschaftlich relevant, da bisherige Forschung zum Zusammenhang zwischen sozialen Netzwerken und emotionalem Erleben in Partnerschaften überwiegend quantitativ ausgerichtet ist und subjektive Deutungen sowie individuelle Erfahrungen der Nutzer bislang weniger berücksichtigt wurden. Gerade Instagram bietet durch die Sichtbarkeit von Interaktionen, idealisierte Selbstdarstellungen und die Möglichkeit ständiger Vergleiche Bedingungen, die Unsicherheit und Eifersucht begünstigen können. Theoretische Grundlage bilden die Theorie des sozialen Vergleichs nach Festinger (1954) sowie das Social-Media-and-Romantic-Relationship-Modell von Fox und Warber (2014).

Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurden sechs leitfadengestützte Interviews mit Personen zwischen 18 und 24 Jahren durchgeführt. Befragt wurden drei Frauen und drei Männer aus insgesamt drei heterosexuellen Paaren, wobei die Partner jeweils getrennt interviewt wurden. Der halbstandardisierte Leitfaden umfasste 16 Fragen in fünf thematischen Blöcken. Abgefragt wurden unter anderem soziale Vergleichsprozesse auf Instagram, das subjektive Eifersuchtserleben, Kontrolle beziehungsweise Überwachung, der reflektierte Umgang mit Instagram sowie die Rolle der Plattform für die Beziehungsdynamik. Die Auswertung erfolgte mithilfe der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018), wobei deduktiv entwickelte Hauptkategorien durch induktiv aus dem Material gebildete Subkategorien ergänzt wurden.

Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere aufwärtsgerichtete körperbezogene Vergleiche mit als attraktiver wahrgenommenen Dritten sowie sichtbare digitale Interaktionen der Partner, etwa Likes, das Folgen bestimmter Accounts oder Kontakte mit anderen Personen, Unsicherheit und Eifersucht begünstigen können. Innerhalb der Stichprobe zeigten sich bei sozialen Vergleichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Die weiblichen Befragten beschrieben häufiger negative Reaktionen wie Selbstzweifel und Unsicherheit, während die männlichen Befragten Vergleiche eher als neutral oder motivierend wahrnahmen. Für das Eifersuchtserleben selbst ließ sich dagegen kein eindeutiges geschlechtsspezifisches Muster feststellen. Gleichzeitig wurde Instagram auch positiv in den Beziehungsalltag eingebunden, etwa durch gemeinsames Scrollen oder das gegenseitige Teilen von Inhalten. Die Studie liefert damit qualitative Einblicke in digitale Eifersucht und zeigt, wie eng soziale Vergleichsprozesse, plattformspezifische Sichtbarkeit und partnerschaftliche Kommunikation im digitalen Beziehungsalltag miteinander verknüpft sind.