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Virtuelle Naturerlebnisse – Eine Untersuchung der Rezeption und Wirkung von Survival-Reality-Shows

Natur und Wildnis in all ihren Facetten, ungeschönt und doch auch von ihren schönsten Seiten, auf diese Weise erleben Teilnehmende von Survival-Reality-Shows ihr außergewöhnliches Umfeld. Ausgesetzt in der Wildnis, begleiten sie sich täglich mit der eigenen Kamera und ermöglichen ihren Zuschauenden einen authentischen Einblick in ihre Ausnahmesituation. Einblicke dieser Art sprechen ein großes Publikum an. Das Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, eine bessere Nachvollziehbarkeit der Nutzungsmotive des Publikums sowie der wahrgenommenen Wirkung einer Rezeption zu ermöglichen. Für die Untersuchung der wahrgenommenen Wirkung medienvermittelter Naturdarstellungen werden zunächst verschiedene Naturverständnisse näher beleuchtet. Zur Erklärung des menschlichen Interesses an Natur und Wildnis werden darüber hinaus die Biophilia Gratification und die Biophilia Hypothesis vorgestellt und anschließend in Verbindung mit dem Uses-and-Gratifications-Ansatz diskutiert.

Mithilfe offener Gruppendiskussionen wurde sich dem bislang nahezu unerschlossenen Themenfeld durch qualitative Forschung angenommen. Innerhalb der Untersuchung nahmen insgesamt zwölf Teilnehmende an drei Gruppendiskussionen teil, wobei jede Gruppe aus vier Personen bestand. Es handelte sich außerdem um Personen, von denen bekannt war, dass sie bereits Survival-Reality-Shows gesehen hatten. Die Teilnehmenden wurden in drei Gruppenkonstellationen eingeteilt, um mögliche Unterschiede im Antwortverhalten zwischen einer reinen Frauengruppe, einer reinen Männergruppe und einer gemischten Gruppe zu erkennen. Die erste bestand deshalb aus vier Frauen, die zweite aus zwei Frauen und zwei Männern und die dritte aus vier Männern. Das zugrunde liegende Forschungsinteresse beinhaltet hierbei neben Nutzungsmotiven konkrete Aspekte der wahrgenommenen Wirkung, wie die individuelle Naturverbundenheit, die Vermittlung von Naturbildern sowie einen potenziellen Informationsgewinn durch Survival-Reality-Shows. Zudem wird die Wahrnehmung von Geschlechterstereotypen während des Ansehens von Survival-Reality-Shows genauer betrachtet.

Die Ergebnisse zeigen schließlich eine Vielzahl von Nutzungsmotiven, aus welchen sich insbesondere das Interesse an der Überlebenssituation hervorhebt. Zu der Wahrnehmung vielfältig ausgeprägter Naturbilder zählt insbesondere eine raue und herausfordernde Natur. Deutlich wird außerdem, dass eine Verstärkung der Naturverbundenheit tendenziell ausbleibt, jedoch der Blick für einige Aspekte der Natur geschärft wird. Ein Informationsgewinn wird bedingt wahrgenommen, weist jedoch einen mangelnden Alltagsbezug auf. Bezüglich vermittelter Stereotype werden das vorhandene Wissen und Können der Teilnehmenden im Vergleich zu ihrem Geschlecht als wichtiger gewertet.

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse dieser Arbeit erweist sich eine weiterführende Untersuchung des wahrgenommenen Naturbilds als sinnvoll. Dabei sollte die Rekrutierung zukünftiger Stichproben unter Berücksichtigung der Anzahl der rezipierten Survival-Reality-Shows erfolgen, um eine größere Vielfalt an Erfahrungswerten zu gewährleisten.