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Kommunikationsmuster populistischer Rhetorik: Eine qualitative Inhaltsanalyse von Instagram-Beiträgen der AfD im Umfeld der Landtagswahlen 2024

Massenmedien fungieren zunehmend als Vermittler zwischen politischen Akteuren und der breiten Öffentlichkeit. Parteien wie die AfD (Alternative für Deutschland) nutzen diese Struktur, um traditionelle mediale Gatekeeper zu umgehen und direkt mit ihren Zielgruppen in Kontakt zu treten. Diese Bachelorarbeit liefert Erkenntnisse darüber, wie populistische Botschaften im digitalen Zeitalter kommuniziert werden. Sie untersucht Kommunikationsmuster populistischer Rhetorik anhand von Instagram-Beiträgen der AfD im Umfeld der Landtagswahlen 2024 in Sachsen und Thüringen.

Die Arbeit stützt sich auf das Verständnis von Populismus als „dünne Ideologie“. Im Zentrum steht dabei die Konstruktion von Beziehungen zwischen dem Volk, der Elite, den Populisten und den „gefährlichen Anderen“. Mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse wurden 111 Instagram-Beiträgen des offiziellen AfD-Accounts ausgewertet. Dafür wurde ein induktiv-deduktiver Kodierleitfaden zu den übergeordneten Dimensionen Bildebene, Textebene und sprachliche Ebene entwickelt. Die Auswertung erfolgte typenbildend nach Mayring.

Die Untersuchung der Instagram-Beiträge der AfD ergab fünf Kommunikationsmuster: Migranten als Bedrohung für Sicherheit, Migranten als Ausnutzer des Sozialsystems, Kritik an der Ampel-Regierung, Diskreditierung der CDU und wirtschaftspolitische Kritik. Über alle Muster hinweg lassen sich populistische Stilmerkmale wie einfache, direkte Sprache und eine konstante Verwendung negativer Wörter feststellen. Es besteht eine klare Trennung zwischen dem „Wir“ (dem Volk), der Elite und den „gefährlichen Anderen“, wodurch die Schuld auf einzelne Akteure konzentriert wird. Die Emotionalisierung durch Angst, Wut und Hoffnung verstärkt die Krisendarstellung als zentrales narratives Element.

Instagram erweist sich aufgrund seiner einzigartigen Bildsprache als effektive Plattform für populistische Mobilisierung. Die kombinierten visuellen und verbalen Strategien der AfD schaffen ein kohärentes Narrativ, das gesellschaftliche Ängste aktiviert und polarisierende Sichtweisen verstärkt. Es entsteht ein Kreislauf, in dem populistische Botschaften durch Algorithmen weiterbefördert werden und eine immer größere Sichtbarkeit erhalten. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf den demokratischen Online-Diskurs und erfordert verstärkte Aufmerksamkeit hinsichtlich Medienkompetenz und digitaler Regulierung.