In Krisenzeiten wie der COVID-19-Pandemie sind individuelle Gesundheitsentscheidungen eng mit der Art und Weise verknüpft, wie Menschen Informationen aufnehmen und ihnen vertrauen. Besonders soziale Medien gewinnen als Informationsquelle zunehmend an Bedeutung – gleichzeitig steigt die Gefahr von Desinformation und Filterblasen. Diese Bachelorarbeit untersucht, wie Medienkonsum und Vertrauen in Informationsquellen die Impfbereitschaft während der Corona-Pandemie im Jahre 2022 beeinflussten.
Dazu wurde eine Sekundäranalyse der Eurobarometer-Daten 96.3 (n = 18.174) aus dem Jahr 2022 durchgeführt. Analysiert wurde der Zusammenhang zwischen der gewählten Hauptnachrichtenquelle (traditionelle Medien vs. soziale Medien), dem Vertrauen in diese Quellen und der Impfbereitschaft. Ergänzend wurden soziodemografische Merkmale, politische Einstellungen sowie das Vertrauen in medizinische Institutionen und die EU als Kontrollvariablen berücksichtigt. Mittels logistischer Regressionsanalysen wurden direkte Zusammenhänge und mögliche Moderationseffekte des Medienvertrauens geprüft.
Die Ergebnisse zeigen, dass Personen, die traditionelle Medien bevorzugen, signifikant häufiger impfbereit sind. Im Gegensatz dazu geht die Nutzung und das Vertrauen in soziale Medien mit einer niedrigeren Impfbereitschaft einher. Auch das Vertrauen in traditionelle Medien fördert die Impfbereitschaft, wohingegen Vertrauen in soziale Medien einen gegenteiligen Effekt zeigt. Medienvertrauen moderiert diesen Zusammenhang nur geringfügig: Für traditionelle Medien war ein schwacher Effekt feststellbar, für soziale Medien keiner.
Die Arbeit leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis der Rolle von Medienkonsum und Vertrauen in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit – mit Blick auf zukünftige Kommunikationsstrategien im Gesundheitsbereich und unter Berücksichtigung plattformspezifischer Unterschiede.