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Die Rezeption russischer Staatsnarrative in deutschen alternativen Medien

Eine Analyse der medialen Darstellung des Falls Alexej Nawalny

Alexej Nawalny war einer der bekanntesten russischen Oppositionspolitiker und stand für demokratische Mitbestimmung, Menschenrechte und freie Wahlen. Aufgrund seiner politischen Bedeutung wurde er zum Ziel russischer Staatspropaganda, die ihn systematisch diskreditierte. Der Fall zeigt exemplarisch, wie autoritäre Regime durch strategische Kommunikation politische Opposition diskreditieren und Narrative verbreiten, die über nationale Grenzen hinweg auch westliche Demokratien erreichen können. Deutschland gilt dabei seit Langem als Ziel russischer Informationsbeeinflussung und bietet einen geeigneten Kontext, um die Rezeption solcher Narrative in alternativen Medien zu untersuchen. Während sich die bisherige Forschung vor allem auf offizielle russische Auslandsmedien wie Russia Today oder Sputnik konzentriert, sind indirekte Formen der Verbreitung russischer Narrative über alternative Medien bislang vergleichsweise wenig untersucht.

Vor diesem Hintergrund untersucht diese Bachelorarbeit, wie deutsche alternative Medien Nawalny darstellen und inwieweit sie russische Narrative zu seiner Person übernehmen. Als konzeptioneller Bezugsrahmen dient die Unterscheidung zwischen kremlnahen und kremlfernen Medien nach Beseler und Toepfl (2024). Kremlnähe wird anhand organisatorischer, medialer oder persönlicher Verbindungen zur russischen politischen Elite bestimmt. Medien ohne eine solche nachweisbare Verbindung werden als kremlfern eingeordnet.

Die Grundlage für die qualitative Inhaltsanalyse bilden 43 Artikel, die zwischen dem 20. August 2020 und dem 16. Februar 2024 erschienen sind. Als kremlnahe Medien werden Anti-Spiegel und NachDenkSeiten analysiert, während Epoch Times und Tichys Einblick der Gruppe der kremlfernen Medien zugeordnet werden.

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Übernahme russischer Narrative in den kremlnahen deutschen alternativen Medien. Besonders häufig werden Narrative übernommen, die Nawalny kriminalisieren, moralisch diskreditieren oder seine politische Relevanz infrage stellen. Kremlferne Medien orientieren sich hingegen stärker an westlichen Deutungsmustern und setzen sich überwiegend kritisch mit russischen Narrativen auseinander. Nawalny wird in den kremlnahen Medien tendenziell negativ dargestellt und diskreditiert, während kremlferne Medien eher eine unterstützende oder differenzierte Darstellung wählen. Die Übernahme russischer Narrative lässt sich dabei nicht allein durch ideologische Nähe erklären, sondern wird wesentlich durch strategische Kommunikationsinteressen und die mediale Ausrichtung der jeweiligen Plattform beeinflusst.