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Was macht einen Film erfolgreich?

Eine quantitative Inhaltsanalyse von Kinofilmen des letzten Jahrzehnts

Angesichts steigender Produktionskosten, veränderter Rezeptionsgewohnheiten und zunehmender Konkurrenz durch Streamingangebote gewinnt die Frage nach den Erfolgsfaktoren von Kinofilmen an Bedeutung.
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche filmbezogenen Merkmale mit dem kommerziellen und rezeptiven Erfolg von Kinofilmen zusammenhängen. Theoretisch stützt sich die Untersuchung auf die Theorie der Erfahrungsgüter und die daraus abgeleitete Signaltheorie sowie die Ankerheuristik. Ergänzend wird der Uses-and-Gratifications-Ansatz herangezogen, um den Erfolg aus der Perspektive unterschiedlicher Rezipientengruppen zu betrachten. Daraus werden Hypothesen zu Auszeichnungen, Produktionsbudget, Produktionsstudio, künstlerischer Beteiligung, Genre, Franchise-Zugehörigkeit und Altersfreigabe abgeleitet.

Methodisch basiert die Untersuchung auf einer quantitativen Inhaltsanalyse von 200 US-amerikanischen Kinofilmen, die zwischen 2015 und 2024 veröffentlicht wurden. Die Filme wurden anhand der jährlichen weltweiten Box-Office-Rankings ausgewählt und anhand eines standardisierten Codebuchs hinsichtlich relevanter Erfolgs- und Einflussfaktoren codiert. Der Erfolg wurde über drei abhängige Variablen operationalisiert: den bereinigten finanziellen Erfolg, die Publikumsbewertung auf IMDb und die Kritikerbewertung auf Metacritic. Zur Analyse der Zusammenhänge wurden hierarchische multiple lineare Regressionen durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere Oscar-Nominierungen und ein hohes Produktionsbudget mit mehreren Dimensionen des Filmerfolgs zusammenhängen. Während Franchise-Zugehörigkeit und Produktionsbudget positiv mit dem kommerziellen Erfolg assoziiert sind, weisen große Produktionsstudios, ein hohes Produktionsbudget und Oscar-Nominierungen positive Zusammenhänge mit Publikums- und Kritikerbewertungen auf. A-List-Schauspieler und bekannte Regisseure zeigen hingegen keinen signifikanten Zusammenhang mit den untersuchten Erfolgsmaßen. Franchise-Filme erzielen trotz höherer kommerzieller Erfolgschancen tendenziell schlechtere Publikumsbewertungen, während Filme mit einer Altersfreigabe ab 16 von Publikum und Kritikern positiver bewertet werden.

Die Befunde sind aufgrund des querschnittlichen Designs und der zeitlichen Problematik einzelner Variablen, insbesondere der Oscarnominierung, nicht als kausale Effekte zu interpretieren. Zudem beschränkt die Fokussierung auf US-amerikanische Kinofilme die Übertragbarkeit der Ergebnisse. Zukünftige Forschung sollte daher internationale Filmmärkte sowie zeitlich differenzierte Erfolgsfaktoren und den Einfluss von Streaming und digitaler Filmpromotion berücksichtigen. Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass Filmerfolg nicht auf einen einzelnen Faktor zurückgeführt werden kann, sondern aus dem Zusammenspiel verschiedener ökonomischer, institutioneller und rezeptionsbezogener Merkmale entsteht.