Die Arbeit untersuchte, wie überregionale Qualitätszeitungen in Deutschland das Thema Bildschirmzeit von Kindern und Jugendlichen darstellen und welchen Einfluss die mediale Berichterstattung auf den Umgang mit digitalen Medien in Familien haben kann. Theoretische Konzepte wie moralische Panik, Nachrichtenwerttheorie, Agenda-Setting und Framing gaben Aufschluss über die Dynamik gesellschaftlicher Diskurse und die Rolle der Nachrichtenmedien.
Eine quantitative, standardisierte Inhaltsanalyse von insgesamt 178 Print- und Onlineartikeln zum Thema Bildschirmzeit von Kindern und Jugendlichen erfasste die Struktur und Entwicklung der medialen Berichterstattung zwischen 2015 und 2025. Deskriptive Auswertungen und nichtparametrische Tests zur Unterschiedsprüfung ließen Schwerpunkte und Defizite erkennen, während einfaktorielle Varianzanalysen und Rangvarianzanalysen Erkenntnisse über zeitliche Trends ermöglichten. Neben dem Verhältnis von Risiken zu Chancen war von Interesse, welchen Eindruck das Publikum beim Lesen erhält, welche Akteure zu Wort kommen und wem die Verantwortung für den Umgang mit digitalen Medien zugeschrieben wird.
Die Ergebnisse zeigten, dass Risiken, die mit der Nutzung digitaler Medien und Bildschirmgeräte verbunden sind, die Berichterstattung dominierten. Zwar fanden sich signifikant mehr negative als positive Bewertungen, dennoch ist die Tonalität der Medienberichte zum Thema Bildschirmzeit von Kindern und Jugendlichen nicht ausschließlich negativ. Insbesondere Experten prägten die Berichterstattung und machten Eltern für den Umgang mit digitalen Medien in der Familie verantwortlich. Insgesamt suggerieren ausgewählte Nachrichtenmedien eine mögliche Bedrohung für Kinder und Jugendliche durch die übermäßige Nutzung digitaler Medien, indem sie Bilder und Behauptungen von verschiedenen Interessengruppen vermitteln, haltlose Empfehlungen aussprechen und insbesondere Eltern zum Handeln und Kommunizieren auffordern. Abschließend diskutierte und betonte die Arbeit die Bedeutung von Medienkompetenz für Individuum und Gesellschaft.