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Gattungen, Genres und Formate im deutschen Fernsehprogramm am Beispiel von Sendungen über das Dritte Reich

Eine Inhaltsanalyse von Programmankündigungen in der Hörzu von 1995 und 2004

Veranlasst durch die Vielzahl von dokumentarischen Fernsehsendungen, richtet sich das hauptsächliche Erkenntnisinteresse der Arbeit darauf, die Gattungen und Genres der Sendungen zum Thema Zeit und Ende des Dritten Reichs sowie die Veränderung im Programmangebot diesbezüglich bei je vier öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern festzustellen.
Die Vielfalt der verwendeten Gattungen geht 2004 im Vergleich zu 1995 zurück. Die Bezeichnungen der meisten non-fiktionalen Sendungen lassen nur grob eine Identifizierung als Dokumentationen oder Mischformen zu, und der Ausdruck ‘Doku’ kommt auf. Die fiktionalen Genres dagegen bleiben vielfältig im Programm vertreten – viele Sendungsformen lassen sich also für das Thema einsetzen. Das Programmschema wird in 2004 fester und standardisierter, erkennbar durch eine Zunahme von Reihen, geringere Streuung von Sendeterminen in der Woche und der tageszeitlichen Sendeplätze. Die Sendungen stehen meist in unmittelbarem Zusammenhang mit bedeutenden Gedenktagen der Stichjahre. Es finden sich jedoch auch Hinweise auf eine stärkere Personalisierung und Hintergrundbeleuchtung in 2004.