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Subjektive kognitive Leistungsfähigkeit Studierender und ihr KI-Umgang

Die rasche Verbreitung von generativer Künstlicher Intelligenz (KI) hat Arbeits- und Lernprozesse grundlegend verändert. Im Hochschulkontext bieten KI-Chatbots Studierenden zahlreiche Vorteile: Sie können für ein breites Spektrum an Aufgaben als persönlicher Lernpartner genutzt werden, ermöglichen eine interaktive Lernerfahrung und steigern die Effektivität beim Lernen. Diesen Vorteilen stehen gleichzeitig mehrere Studien gegenüber, die zeigen, dass die Nutzung Künstlicher Intelligenz mit negativen Effekten auf kognitive Funktionen in Verbindung gebracht wird – wie beispielsweise auf die Problemlösefähigkeit, das kritische Denken, die Gedächtnisleistung und eine zunehmende wahrgenommene Abhängigkeit.

Vor diesem Hintergrund untersucht diese Studie mittels einer quantitativen Online-Befragung von Studierenden in Deutschland Zusammenhänge zwischen der Nutzung von KI-Chatbots, der KI-Kompetenz, Persönlichkeit, dem Geschlecht sowie der wahrgenommenen KI-Abhängigkeit und der subjektiven kognitiven Leistungsfähigkeit, die als akademische Selbstwirksamkeit operationalisiert wurde. Die Häufigkeit der Nutzung von KI-Chatbots wurde dabei aufgabenspezifisch erhoben.

Die Ergebnisse der Studie zeigen eine etablierte und moderate Nutzung von KI-Chatbots im Studienalltag, vorwiegend zur Klärung von Verständnisfragen sowie zum Überarbeiten und Zusammenfassen von Texten. Entgegen theoretischer Annahmen zeigen sich keine signifikanten Zusammenhänge zwischen der KI-Nutzung und KI-Kompetenz oder spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen. Die häufigere Nutzung von KI-Chatbots hängt jedoch positiv mit der wahrgenommenen KI-Abhängigkeit zusammen. Hinsichtlich der subjektiven kognitiven Leistungsfähigkeit zeigen sich in Übereinstimmung mit aktuellen Studien geschlechtsspezifische Unterschiede: Männliche Studierende schätzen ihre akademischen Selbstwirksamkeitserwartungen höher ein als weibliche Studierende. Ein zentraler Befund dieser Arbeit ist außerdem, dass die manuelle Bearbeitung von Aufgaben ohne KI-Unterstützung den stärksten positiven Prädiktor für die subjektive kognitive Leistungsfähigkeit darstellt. Studierende, die studienbezogene Aufgaben eigenständig bearbeiten, behalten ein stärkeres Vertrauen in ihre eigenen akademischen Fähigkeiten.

Die Arbeit trägt zu einem besseren Verständnis des Umgangs mit KI-Chatbots unter Studierenden bei und liefert damit wertvolle praktische Implikationen für einen reflektierten und ausgewogenen KI-Einsatz im Hochschulkontext.