transfer 25(1) » Rezeptions- und Wirkungsforschung

Medien- und politisches Vertrauen in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung

Eine Bestandsaufnahme unter jungen Erwachsenen

Die Bachelorarbeit befasst sich mit dem Vertrauen von jungen Erwachsenen in die Institutionen Medien und Politik in Zeiten einer sich polarisierenden Gesellschaft. Ziel ist es, mithilfe einer aktuellen Bestandsaufnahme herauszufinden, ob die bereits allgemein in der deutschen Bevölkerung bestehende Polarisierung – insbesondere in Bezug auf das Medienvertrauen – sich auch auf die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen erstreckt. Zudem soll erfasst werden, welche Faktoren ihr Vertrauen beeinflussen.

Der theoretische Hintergrund der Arbeit fokussiert sich auf das Verständnis von Medien- und politischem Vertrauen als Institutionenvertrauen. Insbesondere beim Medienvertrauen nehmen die Forscher*innen der Langzeitstudie Medienvertrauen der Johannes Gutenberg Universität in Mainz eine Aufspaltung der Gesellschaft wahr. Dabei wurde das Vertrauen von jungen Erwachsenen, bisher nur am Rande erforscht. Dahingegen wurden der bestehende Zusammenhang zwischen dem Medien- und politischen Vertrauen sowie die Einflussfaktoren auf das Vertrauen schon umfassender thematisiert.
Aufbauend auf der bisherigen Forschung wurden vier Forschungsfragen entwickelt, um sich den komplexen Konstrukten Vertrauen und Polarisierung zu nähern. Zunächst geht es um die Erfassung der bisher noch wenig erforschten Wahrnehmung einer gesellschaftlichen Polarisierung. Außerdem wird die Frage untersucht, wie das Medien- und politische Vertrauen zusammenhängen sowie welche individuellen und institutionellen Faktoren einen Einfluss darauf besitzen. Zuletzt wird die Frage behandelt, ob und inwiefern sich eine Polarisierung auch unter den jungen Erwachsenen verbreitet. Die Daten dafür wurden mithilfe einer quantitativen Online-Befragung mit knapp 100 Befragten im Alter zwischen 18 und 29 Jahren erhoben.

Das zentrale Ergebnis bildet die Erkenntnis, dass sich die allgemein auftretende Spaltung in größer werdende divergente Gruppen von sogenannten Medienzynikern und Medienfans unter den jungen Erwachsenen der Stichprobe nicht widerspiegelt. Dennoch ist ein starker Zusammenhang zwischen dem Medien- und politischen Vertrauen vorhanden, welches wiederum vorrangig von der institutionellen Performanz beeinflusst wird.