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Multimodale Trust Cues

Eine qualitative Inhaltsanalyse zur Darstellung von KI in (wissenschafts-)journalistischen Texten

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein hochaktuelles und gesellschaftlich relevantes Wissenschaftsthema. Für die Akzeptanz und Nutzung von Informationen ist epistemisches Vertrauen erforderlich (Hendricks et al., 2015). Da öffentliche Publika Informationen über Wissenschaftsthemen meist über Medien erhalten (Bentele, 1994), nehmen diese die Rolle von Vertrauensintermediären ein. Inhaltsanalytisch kann medienvermitteltes Vertrauen über Trust Cues untersucht werden (Schröder et al., 2025) – hierbei handelt es sich um Hinweise zu den Vertrauensdimensionen Expertise, Integrität, Wohlwollen (Hendricks et al., 2015) sowie Transparenz und Dialogbereitschaft (Reif & Guenther, 2022). Bisher wurden lediglich textliche Trust Cues in Medienbeiträgen über Wissenschaftsthemen im Allgemeinen untersucht (Schröder et al., 2025; Schröder & Guenther, 2025). Diese Arbeit adressiert bestehende Lücken, indem sie textliche Trust Cues im Kontext von KI untersucht und um visuelle Aspekte erweitert (Geise, 2019).

Dazu wurde eine qualitative Inhaltsanalyse (Kuckartz, 2018) mit n=39 wissenschaftsjournalistischen Artikeln über KI (n=11 SZ; n=13 FAZ; n=14 Spektrum der Wissenschaft; n=1 P.M.) durchgeführt. Für die textlichen Trust Cues wurde das Codebuch nach Schröder & Guenther (2025) genutzt und themenspezifisch auf KI angepasst. Als Rahmen für die Identifikation von visuellen Trust Cues wurde auf das Konzept des visuellen Framings zurückgegriffen (Rodriguez & Dimitrova, 2011).

Die Ergebnisse zeigen, dass bereits identifizierte textliche Trust Cues zu Wissenschaftsthemen im Allgemeinen auch für das Thema KI bestätigt werden können (Schröder et al., 2025; Schröder & Guenther, 2025). Zudem decken sich die hier identifizierten visuelle Trust Cues mit den textlichen Trust Cues, werden jedoch themenspezifisch erweitert (z.B. durch Anthropomorphisierung von KI als Hinweis für Wohlwollen). Bilder können mehrere visuelle Trust Cues enthalten und so die Informationsdichte erhöhen.

Ein direkter Vergleich legt nahe, dass textliche und visuelle Trust Cues innerhalb eines Textes sowohl kongruent als auch divergent zueinander sein können und somit wohlmöglich in unterschiedlicher Weise zur Informationsvermittlung und Vertrauensbildung beitragen. Dies betont die Bedeutung einer multimodalen Untersuchung von medienvermitteltem Vertrauen in Wissenschaft für dessen Untersuchung diese Arbeit den Grundstein legt.