Verschwörungstheorien sind ein immer größer werdender Teil des öffentlichen Lebens und Diskurses, während sich auch die Forschung zum Feld von Verschwörungen stark weiterentwickelt. Ein gutes Verständnis der Prävalenz und Struktur von Verschwörungstheorien sowie valide Messinstrumente sind dabei unabdingbar, um wissenschaftlich und politisch auf die Herausforderungen einzugehen, die der Glaube an Verschwörungstheorien mit sich bringt. An diesem Punkt setzt diese Arbeit an und übersetzt ein Messinstrument für Conspiratorial Thinking about Governments (CTAG) ins Deutsche, passt es dabei an den deutschen Kontext an und versucht die Faktorstruktur anhand einer deutschen Stichprobe zu validieren.
Für die Validierung wurde eine Stichprobe bestehend aus N = 283 ( 59,4 % männlich, 38,5 % weiblich, 2,1 % divers; M Alter = 43,5 (SD = 14,6)) deutscher Erwachsener zusammengestellt. Zur Validierung der 5-Item-Faktorstruktur des übersetzten Fragebogens wurde eine konfirmatorische Faktorenanalyse durchgeführt. Dabei wurden verschiedene Fit-Indizes (RMSEA, CFI, SRMR) nach den Dynamic-Cutoffs von McNeish und Wolf evaluiert.
Um das Konstrukt im nomologischen Netz zu verorten, wurden mehrere Korrelate von CTAG erhoben. Die CTAG-Skala zeigt eine hohe interne Konsistenz (α = .91, ω = .94). Die Stichprobe zeigt jedoch auf faktorieller Ebene eine unzureichende Passung an das Modell. Das Konstrukt verhielt sich nichtsdestotrotz wie erwartet mit den anderen erhobenen Korrelaten. Das spricht dafür, dass zumindest die grobe theoretische Verortung von CTAG korrekt ist.
Die Arbeit hat dazu beitragen können, Verschwörungsdenken und CTAG besser im nomologischen Netz zu verorten und liefert den ersten Schritt hin zu einem validen Messinstrument für deutsche Stichproben.