Die Alternative für Deutschland (AfD) erfreut sich insbesondere bei jungen Wähler*innen wachsender Beliebtheit. Im Zuge dieser Entwicklung wird die digitale Wahlkampfkommunikation der Partei auf TikTok vermehrt diskutiert, da die Inhalte der AfD hier deutlich mehr Sichtbarkeit erlangen als die Beiträge anderer Parteien und eine besonders junge Altersgruppe erreichen.
Im Rahmen der vorliegenden Bachelorarbeit wurde deshalb untersucht, welcher inhaltlichen und emotionalen Frames sich die AfD in ihrer TikTok-Kommunikation bedient, um eine junge Wähler*innenschaft von ihren Inhalten zu überzeugen. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Analyse derjenigen Beiträge, die den Krieg in der Ukraine sowie einen möglichen Verlust von materiellem Wohlstand thematisierten und somit die größten Ängste junger Menschen im Jahr 2024 abbildeten. Mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse wurden hierbei der TikTok-Wahlkampf um die drei Spitzenkandidaten der Landtagswahlen 2024 in Thüringen, Sachsen und Brandenburg untersucht.
Es zeigte sich, dass die AfD-Spitzenkandidaten Hans-Christoph Berndt, Björn Höcke und Jörg Urban im Vorfeld der Landtagswahlen 2024 sowohl den Krieg in der Ukraine als auch die potentielle Instabilität der deutschen Wirtschaft im Rahmen ihrer TikTok-Kommunikation verhandelten und somit die größten Ängste junger Wähler*innen adressierten. In beiden Fällen wurde die Politik der Regierungsparteien als Hauptursache der verhandelten Schwierigkeiten dargestellt und ein Interessenkonflikt zwischen dem Willen der allgemeinen Bevölkerung und dem Kurs der regierenden Parteien nahegelegt, vor dessen Hintergrund sich die AfD als politische Gegenkraft zu positionieren versuchte. Dies entsprach zu einem großen Teil dem idealtypischen Framing von Ärger, wodurch schließlich auch die Relevanz dieser Emotion in der Wahlkampfkommunikation der AfD-Kandidaten auf TikTok aufgezeigt werden konnte. Da dem Einsatz von Affekten in der strategischen Kommunikation der AfD insgesamt ein hoher Stellenwert zugeschrieben werden kann, bieten das Framing von Angst sowie die Rolle positiver Affekten darüber hinaus Anknüpfungspunkte für die weitere kommunikationswissenschaftliche Auseinandersetzung.