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Ostdeutsche Stereotype – eine quantitative Inhaltsanalyse

Die vorliegende Bachelorarbeit ist eine systematische Replikation der diskursanalytischen Studien von Roth (2004) und Kollmorgen und Hans (2010).

Untersucht wird, wie sich die Berichterstattung über Ostdeutschland in den gedruckten Ausgaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und die tageszeitung von Januar 2009 bis Juni 2021 verändert hat. Mittels einer quantitativen Inhaltsanalyse wurden N = 1427 Artikelüberschriften mit Ostbezug auf Nachrichtenwerte, Semantik, Argumentationsmuster und stereotype Bewertung nach dem Stereotype Content Model (Fiske et al., 2002) untersucht.

Dabei konnte festgestellt werden, dass Berichterstattung zu Ostdeutschland zum Erliegen kommt. Die Ressorts Politik und Wirtschaft dominieren zwar weiterhin, ab 2016 findet vermehrt Berichterstattung in der Ressortgruppe Feuilleton und sonstigen Ressorts statt. Bei Berichterstattung zu Ostdeutschland dominieren neben neutralen die negativen Nachrichtenwerte über den Erhebungszeitraum. Der deutliche Präsenz der Argumentationsmuster der Besonderheit und Schwäche zeigen, dass die Markierungspraxis Ostdeutschen gegenüber mit weiteren Vorstellungen und Wertungen verbunden ist. Die Stereotypinhalte können den verachtenden Stereotypen nach Fiske et al. (2002) zugeordnet werden. Weiterführende Forschung kann mit Änderung der untersuchten Gruppe, des Untersuchungsmaterials und des Untersuchungszeitraums realisiert werden.