Das Magazin Compact wird am 16. Juli 2024 verboten, mit der Begründung, es verbreite rechtsextremistisches Gedankengut. Diese Debatte wirft die Frage auf, inwiefern Alternativmedien zur Diversität der Medienlandschaft beitragen oder lediglich als Sprachrohr der rechten Szene dienen.
Anlässlich dieser Frage wird die von deutschsprachigen Alternativmedien geäußerte Medienkritik analysiert. Dabei beleuchtet die Studie die inhaltlichen Schwerpunkte der Kritik und das Vorkommen rechtspopulistischer Narrative. Ziel dessen ist es, die von Alternativmedien geäußerte Medienkritik differenziert zu analysieren und zu prüfen, inwiefern diese eine alternative Perspektive und ein Korrektiv zu etablierten Medien bieten kann. Gleichzeitig wird untersucht, in welchem Ausmaß rechtspopulistische Ideologien durch die Medienkritik verbreitet werden.
Der theoretische Hintergrund der Arbeit ist studienbasiert und dient der Definition und Kategorisierung der Begriffe Medienkritik und Rechtspopulismus. Dieser umfasst zentral die Ansätze von Kübler (2018), Fawzi (2020) und Engesser et al. (2017) sowie die Studien von Prochazka und Schweiger (2016) und Wyss et al. (2013).
Die Stichprobe bilden die zehn reichweitenstärksten deutschsprachigen Alternativmedien auf YouTube. Insgesamt wurden 394 Videos anhand von Stichworten gefiltert und in einer quantitativen Inhaltsanalyse mittels Kategorien analysiert. Diese bezogen sich zum einen auf den Inhalt der Medienkritik, als auch auf Muster des Rechtspopulismus.
Die Analyse zeigt, dass die Medienkritik häufig verallgemeinernde und pauschalisierende Aussagen enthält. In Bezug auf die vorherrschenden Formen der Medienkritik lässt sich diese als Form der Systemkritik einordnen. Dabei weisen etwa 51 % der Kritik rechtspopulistische Merkmale auf. Die hierbei mehrheitlich vorkommenden rechtspopulistischen Kategorien sind „mediale Elite“, „Dringlichkeit von Objektivität“ und „Beeinflussung durch politische Eliten“. Die etablierten Medien werden als voreingenommen, elitär und zu regierungsnah wahrgenommen. Der potenzielle Mehrwert der durch Alternativmedien geäußerten Medienkritik ist nur eingeschränkt festzustellen. Gleichzeitig zeigt die Analyse, dass rechtspopulistische Tendenzen einen prägenden Bestandteil der Kritik darstellen.