Die Bachelorarbeit untersucht, wie verständlich der Koalitionsvertrag 2025 zwischen Union und SPD ist und ob diese Verständlichkeit in einzelnen Themenfeldern von der Mehrheitsmeinung der Bevölkerung in diesen Themenfeldern abhängt. Folgende forschungsleitenden Fragen werden beantwortet: Wie ist die allgemeine sprachliche Verständlichkeit des Koalitionsvertrags 2025 ausgeprägt? Wie unterscheidet sich die sprachliche Komplexität zwischen Themen, bei denen die Positionen im Koalitionsvertrag mit der öffentlichen Meinung übereinstimmen, und solchen, die ihr widersprechen? Koalitionsverträge legen die gemeinsamen politischen Ziele fest, strukturieren die Regierungsarbeit und schaffen Verbindlichkeit zwischen den Koalitionspartnern. Zugleich ermöglichen sie der Öffentlichkeit, politische Vorhaben nachzuvollziehen und die Regierungsleistung zu bewerten. Ihre sprachliche Verständlichkeit ist daher eine zentrale Voraussetzung für Transparenz und politische Kontrolle.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine kombinierte Inhalts- und Sekundäranalyse durchgeführt. Ausgewählte Textausschnitte des Koalitionsvertrags 2025 wurden mithilfe des Hohenheimer Verständlichkeitsindex analysiert und die ermittelten Verständlichkeitswerte anschließend mit vorhandenen Umfragedaten zur öffentlichen Meinung zu den jeweiligen politischen Themen verglichen.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Koalitionsvertrag 2025 im Vergleich zu seinen Vorgängern insgesamt verständlicher formuliert ist, jedoch weiterhin eine relativ hohe sprachliche Komplexität aufweist. Zwischen den untersuchten Themenfeldern bestehen deutliche Unterschiede. Als zentrale sprachliche Hürden erweisen sich insbesondere Fachbegriffe, lange und komplexe Sätze sowie ein ausgeprägter Nominalstil. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen sprachlicher Verständlichkeit und öffentlicher Zustimmung konnte hingegen nicht festgestellt werden. Die sprachliche Komplexität hängt somit nicht systematisch davon ab, ob ein politisches Vorhaben der Mehrheitsmeinung der Bevölkerung entspricht. Trotz verbesserter Verständlichkeit bleibt der Koalitionsvertrag damit überwiegend auf ein fachlich und politisch vorgebildetes Publikum ausgerichtet.